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(Nivellierung der Geschlechterdifferenzen - zwei Einwände, Teil 2)
der eigenwert von geschlechterordnung wird auch durch den sozialkonstruktivismus anerkannt. hier stellt sich der geschlechterdualismus beziehungsweise die damit verbundenen vorstellungen als allmählich „geronnene“ soziale praxis dar. derartige soziale institutionen ermöglichen einerseits das alltagshandeln der individuen und werden andererseits durch dieses reproduziert. damit sind sie zwar durchaus stetigem wandel unterworfen und veränderbar, der beliebigkeit dürfen sie aber nicht anheim fallen.
zuschreibungen, die mit der einordnung von personen als mann oder frau verbunden sind, werden von einer wachsenden minderheit der gesellschaft inzwischen als zumutung empfunden und abgelehnt. übersehen wird dabei aber die mit der geschlechterbinarität verbundene soziale ordnungsfunktion, auf die sozialtheoretiker hinweisen.

dies bedeutet nicht, den selbsternannten rettern „wahrer“ weiblich- und männlichkeit rechtzugeben. festzuhalten bleibt aber die fragwürdigkeit einer geschlechtsneutralen gesellschaft und dass geschlechterstereotype wohl mehr als bloße klischees darstellen.
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Reimar Winkler (April 2007)
[veröffentlicht unter dem selben Titel, in: kinder von vineta. abhängige studentInnenzeitung (wien/innsbruck),  17. Mai 2007]


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